Was ist ein Planetarischer Nebel?
Ein planetarischer Nebel ist die leuchtende Gashülle, die ein sonnenähnlicher Stern am Ende seines Lebens aushaucht, entzündet von der ultravioletten Strahlung des nackten Kerns, den er soeben freigelegt hat. Mit Planeten hat er nicht das Geringste zu tun — und er hält nur etwa zwanzigtausend Jahre, ein Wimpernschlag in stellaren Maßstäben.
Der Name ist ein Irrtum des 18. Jahrhunderts, der geblieben ist. William Herschel sah beim Durchmustern des Himmels in den 1780er-Jahren kleine runde grünliche Scheibchen, die dem soeben von ihm entdeckten Planeten ähnelten, und nannte sie planetarisch. Tatsächlich ist jedes davon die äußere Hülle eines Sterns von bis zu etwa acht Sonnenmassen, abgestoßen während seiner instabilen Phase auf dem asymptotischen Riesenast und nun mit einigen zehn Kilometern pro Sekunde expandierend.
Zum Leuchten bringt sie der Kern. Sobald die Hülle davontreibt, ist der freigelegte Rest eine 100.000 Kelvin heiße Glut, die Ultraviolettlicht ausschüttet. Diese Strahlung ionisiert das umgebende Gas, das dann bei sehr bestimmten Wellenlängen wieder abstrahlt — dem Rot von Wasserstoff-alpha und dem leuchtenden Grünblau des zweifach ionisierten Sauerstoffs, das frühe Beobachter so verwirrte, dass sie es kurzzeitig einem neuen Element namens Nebulium zuschrieben.
Sie sind zudem kurzlebig und strukturell seltsam. Der Ringnebel in der Leier, das Katzenauge im Drachen mit seinen verschachtelten Schalen, der Helixnebel mit seinen Tausenden kometenartigen Knoten — keiner von ihnen ist die einfache Kugel, die die Physik naiv vorhersagt. Doppelsternbegleiter, Magnetfelder und frühere Phasen des Massenverlusts formen sie zu bipolaren Keulen, Jets und Ringen. In etwa fünf Milliarden Jahren wird die Sonne einen eigenen erzeugen, und der Weiße Zwerg im Zentrum dieses Modells ist das, was übrig bleibt, wenn er verblasst.
