Was ist ein Blauer Überriese?
Ein Blauer Überriese ist ein massereicher, ungeheuer heißer Stern — typischerweise 10- bis 100-fache Sonnenmasse und Zehntausende Grad an der Oberfläche. Sie sind die hellsten Sterne jeder Galaxie und zugleich die kurzlebigsten: nur wenige Millionen Jahre, bevor sie als Supernova detonieren.
Die Leuchtkraft steigt steil mit der Masse: etwa mit ihrer dritten Potenz oder stärker. Ein Stern mit zwanzigfacher Sonnenmasse leuchtet daher nicht zwanzigmal, sondern zehntausendfach heller — und muss seinen Brennstoff entsprechend schnell verheizen. Das ist der Handel, den massereiche Sterne eingehen. Sie werden geboren, lodern über eine Galaxie hinweg und sind verschwunden, ehe ein Gebirge entsteht.
Bei diesen Temperaturen wird das Licht selbst zur Kraft. Strahlungsdruck auf die äußeren Schichten treibt einen Sternwind mit Tausenden Kilometern pro Sekunde, der über die Lebenszeit des Sterns eine Sonnenmasse davonträgt und eine Blase ins umgebende interstellare Gas bläst. Die extremsten Fälle verlieren ihre Wasserstoffhülle vollständig und werden zu Wolf-Rayet-Sternen: nackte fusionierende Kerne, dem Weltraum ausgesetzt.
Ihr Ende schreibt einen großen Teil des Periodensystems. Wenn der Kern schließlich Eisen anhäuft, kann die Fusion keine Energie mehr freisetzen, der Kern kollabiert in weniger als einer Sekunde und der Stern explodiert — er hinterlässt einen Neutronenstern oder ein Schwarzes Loch und sät schwere Elemente in die Galaxie. Rigel im Orion und Deneb im Schwan sind Blaue Überriesen; beide sind weitaus heller und weitaus jünger als alles andere in ihrer Umgebung.
